Die 3 Geständnisse des Gerhard Pfister

Der CVP-Präsident Gerhard Pfister gilt als harter Hund, der gegenüber Kollegen, Gegnern und Journalisten gerne austeilt. Innerhalb seiner Partei politisiert er meist am rechten Rand, mit klaren Meinungen und scharfen Voten. In der Dokumentation von SRF von Ende Juni (» hier) gelingt ihm dennoch ein sympathischer Auftritt.

Für Menschen im Rampenlicht gilt: Wer erfolgreich kommunizieren will, muss sich selber kennen. Welches sind zum Beispiel meine Stärken, die ich guten Gewissens nach aussen tragen und offensiv bewerben kann? Wenn man dann auch noch seine wenigen Schwächen kennt und dazu stehen kann, erleidet man keinen Gesichtsverlust, sondern wird noch fassbarer, authentischer und sympathischer. Gerhard Pfister liefert in der kurzen Dokumentation gleich drei Beispiele.

1

«Ich habe Freude an der Macht.»
Über das Amt als Parteipräsident, das er seit 2016 bekleidet


Pfister: «Ich gebe zu, ich habe Freude an der Ausübung von Macht. Ich bin jemand, der gerne Führungsarbeit leistet. Führungspositionen sind auch Machtpositionen. Das ist schon etwas, was mich immer wieder antreibt.»

2

«Ich weiss, dass ich die Menschen manchmal verletze.»
Über seine scharfe Sprache, die auch mal verletzen kann


Pfister: «Ja. Das ist mir, wenn ich es mache, nicht bewusst, im Nachhinein ist es mir bewusst und tut mir auch Leid, es ist keine Absicht. Aber ja, das ist eine Seite an mir, die mir oft gesagt wird. ,Da hättest du das Gleiche in einem anderen Ton sagen können und dann hättest du vielleicht mehr erreicht.‘ Das ist eine Schwäche von mir, ja. Ich bin manchmal zu schnell und manchmal zu scharf, das ist schon so.»

3

«Meine eigene Meinung ist keine Maxime für andere.»
Über seinen Beruf als Lehrer und die Beziehung zu den Eltern der Schüler


Pfister: «Die Aufgabe der Schule ist es, das Kindeswohl ins Zentrum zu stellen. Wir haben nicht zu beurteilen, wie die einzelnen Leute zusammenleben. Was ich persönlich denke und lebe, kann ja nicht die Maxime für alles andere sein.»

Fazit

Gerhard Pfister ist kein Rhetorik-Genie und beweist auch kein Übermass an Selbstironie wie beispielweise ein » Gregor Gysi. Muss er auch nicht. Er punktet mir ehrlicher Kommunikation. Als «hart, aber fair» bezeichnet man solche Menschen gern. Ein Urteil, mit dem Pfister sicher sehr gut leben kann.

Titelbild: parlament.ch

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