Verzichten Sie endlich auf Nachhaltigkeit und Fairness!

Setzen Sie auf die Formulierung eines Leitbilds (wie vor zehn Jahren üblich) oder haben Sie klare Werte definiert (wie seit drei Jahren üblich)? Ist egal, denn beides ist völlig nutzlos. Was Ihnen Ausstrahlung verleiht, sind nicht Worthülsen, sondern positionierende Aussagen.

Das bemerkenswerteste Statement in diesem Zusammenhang habe ich erst vor wenigen Wochen gehört. Ein Unternehmer rief mich an und wünschte sich einen aussagekräftigen Claim, der «unsere Identität auf den Punkt bringt». Ich fragte nach seinen inhaltlichen Vorstellungen, worauf er meinte: «Es muss etwas mit Werten sein.»

Selbstverständlich weiss ich, dass er er ernst meinte und bemüht um eine klare Kommunikation war. Wir sprachen offen darüber, dass «Werte» heute hoch im Kurs seien, sich dahinter allerdings oft undifferenzierte Allgemeinplätze verbergen würden, die keinen Beitrag zur Positionierung leisteten. In einem spannenden Prozess haben wir für ihn ein Versprechen formuliert, das  ausschliesslich zu seinem Unternehmen passt, das seine Zielgruppe schätzt und das er nachweisbar einlösen kann.

Ich habe in den vergangenen Jahren Dutzende von Leitbildern gelesen, analysiert, redigiert, getextet oder neu gestaltet. Mit der Zeit habe ich eine Art Hitparade der schlimmsten Plattitüden erstellt. Hier meine Top 10:

  1. Wir produzieren nachhaltig.
  2. Wir orientieren uns an Kundenbedürfnissen.
  3. Wir handeln zielorientiert.
  4. Wir sind flexibel und passen uns an.
  5. Wir bauen auf Fachkompetenz.
  6. Wir verstehen uns als Partner.
  7. Wir achten auf Qualität.
  8. Wir entwickeln kreative Lösungen.
  9. Wir garantieren Verlässlichkeit.
  10. Wir freuen uns auf Ihren Anruf.

Der neueste Hype in dieser Hinsicht ist übrigens der Begriff Vertrauen. Alle schaffen, verdienen und rechtfertigen derzeit das Vertrauen Ihrer Kundschaft … Aber wie?

Nach einem kritischen Einstieg wollen Sie nun konstruktive Tipps von mir, nicht wahr?Ich fasse mich kurz: Jedes öffentliche Statement erfüllt im Idealfall fünf Kriterien. Es:

  1. löst beim Lesen innere Bilder aus.
  2. überrascht und schafft Sympathie.
  3. ist überprüfbar.
  4. grenzt von Wettbewerbern ab.
  5. verspricht hohen Nutzen.

Beispiel: «Wir sammeln Kundenfeedbacks in einer grossen Box und nehmen diese an unsere halbjährlichen Kader-Weekends mit. Dort reservieren wir uns je einen halben Tag für Auswertung und Beantwortung.»

Es gibt übrigens auch ein gutes Beispiel aus der aktuellen Werbung. Ich halte die Versprechen, welche die Migros derzeit an die Generation M richtet, für klar, relevant und messbar.

Herzlich
Ihr André Kesper

André Kesper führt das Kommunikationsunternehmen Kesper Wegelin AG in Winterthur und bietet nebst Strategischer Kommunikation sowie Text/Ghostwriting Kadertrainings sowie Workshops mit Schwerpunkt Corporate Clearness. Unter dem Motto «Ruhig die Besten wählen» arbeitet er zudem als Headhunter im Executive Search.

Sie haben Lust auf einen fulminanten Kader-Workshop zum Thema? Nehmen Sie unter andre@kesperwegelin.ch oder via LinkedIn-Nachricht Kontakt mit mir auf.

 

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