Teamplayer – überschätzte Spezies!

Schauen Sie sich einmal zehn Stelleninserate an und zählen Sie nach, wie oft «Teamplayer» gesucht werden. Ich schätze, in 7 von 10 Inseraten steht im Anforderungsprofil entweder «Teamgeist» oder «Fähigkeit zur engen Zusammenarbeit». Und jetzt zählen Sie bitte nach, wie oft ein Einzelkämpfer bzw. eine Einzelkämpferin gesucht wird, im Sinne von: «Sie arbeiten erfolgreich alleine.» 0 von 10, stimmt’s? Die Manie, ausschliesslich auf Teamplayer zu setzen, macht unzählige Organisationen träge. Denn Teamplayer machen weder vorwärts noch generieren sie Umsatz! 

Nur ein Viertel aller Arbeitenden sind wirklich Teamplayer. Sie arbeiten erfolgreich, wenn sie sich intensiv mit Kolleginnen und Kollegen austauschen und sich gegenseitig inspirieren können. Zudem sind sie für die Stimmung im Team, das Ambiente am Arbeitsplatz sowie den Zusammenhalt im Unternehmen von grösstem Wert. Einige von ihnen eignen sich auch hervorragend für Führungspositionen, weil sie sich ausgezeichnet in Menschen und Bedürfnisse einfühlen können. Aber drei Viertel aller Arbeitenden ticken anders:

  1. Gewinner sind von Natur aus keine Teamplayer. Sie suchen den Erfolg im Wettbewerb und betrachten jeden Kollegen als Konkurrenz. An der Unternehmensspitze oder im Verkauf sind sie als Tiger (keine Rudeltiere) verantwortlich für steigende Umsatzzahlen.
  2. Analytiker wollen Ruhe. Sie suchen sich ein Einzelbüro oder nutzen ihr Home-Office und sind dann effizient, wenn sie sich ungebremst Fakten und Daten widmen dürfen. Ihre Teamarbeit beschränkt sich auf gelegentlichen Mailverkehr.
  3. Kreative schätzen das Team zwar als Publikum für ihre spektakulären Präsentationen, erfinden und entwickeln aber eher selten in Arbeitsgruppen. Sie streifen durch den Wald, sitzen nachts bei Bier und Pizza im Labor oder brüten ihre Ideen in der Badewanne aus.

Was passiert nun, wenn man von Gewinnern, Analytikern und Kreativen bedingungslose Teamarbeit einfordert?

  • Burnout: Rund die Hälfte der Erschöpfungsdepressionen entstehen, weil Menschen zu viel Beziehungsarbeit leisten müssen.
  • Missstimmung: Einzelkämpfende, die eng in Teams gepresst werden, verbreiten aus purer Unlust schlechte Stimmung.
  • Ineffizienz: Wer sich in zwanghafter Teamarbeit aufreibt und nicht ungehindert tun darf, was er/sie wirklich kann (gewinnen, analysieren, erfinden), bringt dem Unternehmen nichts. 

Fazit: Teamgeist ist eine wunderbare Eigenschaft. Aber sie wird in unserer Gesellschaft masslos überschätzt. Vielleicht werden Sie fragen, wo denn die vielen Einzelkämpferinnen und Einzelkämpfer sind, wenn sie in Unternehmen nicht erwünscht sind. Antwort: Sie haben sich längst selbstständig gemacht … Nicht umsonst sind Klein- und Kleinstunternehmen das Rückgrat unserer Wirtschaft.

André Kesper führt das Kommunikationsunternehmen Kesper Wegelin AG in Winterthur. Zu seinen Angeboten gehören nebst Text/Ghostwriting insbesondere Kadertrainings sowie Workshops mit dem Schwerpunkt Corporate Clearness. Unter dem Motto «Ruhig die Besten wählen» arbeitet er zudem als Headhunter im Executive Search.

Sie haben Lust auf einen fulminanten Kader-Workshop? Nehmen Sie unter andre@kesperwegelin.ch oder via LinkedIn-Nachricht unverbindlich Kontakt auf.

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